Samstag, 19. September 2015

Premiere Profession


Tut mir Leid, dass ihr so lange nichts von mir gehört habt, aber 1. Hat das Internet mal wieder größere Probleme gemacht und zweitens war die letzte Woche quasi eine richtige Festwoche! Aber dafür hier gleich 3 Berichte auf einmal ;)




Ja, die Festwoche. Angefangen hat alles am Dienstag. Ab da waren alle Schwestern aus Kamerun hier in Akono (also nur die 3 aus Yaounde neu). Und für uns jungen Mädels gab es dann viel zu tun! Denn wir waren für das Essen zuständig. Die Schwestern hatten ja eine Art Meeting… am Dienstag hab ich also dann mit Arlene zusammen den Fisch gegrillt (da soll nochmal einer sagen, dass Frauen nicht grillen können :D) Der Tag war aber essentechnisch echt furchtbar! Ich war den ganzen Tag nur am essen :D Man muss ja auch mal probieren, ob das schmeckt, was man so auftischt :D Aber vor allem dauernd Ananas…und Bambus. Der schmeckt echt gut! Hätte ich ja nicht gedacht…

Mittwochs hab ich dann unter anderem die Erdnüsse für Ndolé geholfen zu mahlen. Das ist ganz schön anstrengend, wenn man das alles von Hand machen muss…und dann noch für 20 Leute :D Die Zeit bis zur Abendvesper haben Arlene und ich dann mit unserem neuen Lieblingshobby verbracht. UNO Junior…echt unglaublich, was man mit so nem einfachen Spiel für einen Spaß haben kann :D Es vergeht fast kein Tag, an dem wir nicht mindestens ne halbe Stunde spielen. An dem Tag waren es aber knapp 2 Stunden! Richtig schön und wir haben dabei so unheimlich viel Spaß! :)

In der Vesper wurden die drei Postulantinnen dann quasi zu Novizinnen ernannt (keine Ahnung, wie man das richtig nennt…) Anfangs war noch alles nochmal. Aber ab dem Magnificat ging es los…plötzlich fand ich mich zwischen den ganzen Schwestern und Novizinnen um den Altar tanzend wieder :D Echt verdammt cool…kennt man so aus Deutschland ja nicht. Und aus der Kapelle sind wir dann durch Haus getanzt bis in den Salle de télé. Da wurde dann natürlich noch ausgiebig weiter getanzt...bis der Hunger (und die Erschöpfung) dann doch gesiegt hat :D  

 

Donnerstag und Freitag waren dann nochmal recht ruhig, außer dass Soeur Marie France aus Straßburg angereist ist (im Gepäck Mirabellen, Äpfel und Milkaschokolade:) Der Geschmack war schon fast ungewohnt für mich :D) und ich fleißig in der Küche geholfen habe :D Ich stelle echt fest, dass ich hier fürs Leben abgehärtet werde. Beim Hahn schlachten, rupfen und ausnehmen bin ich ja schon dabei gewesen…diesmal war ich komplett für den Fisch zuständig! Also vom entschuppen bis zum Ausnehmen :D Aber mit sowas hab ich ja sowas von gar keine Probleme (eigentlich find ich das sogar ganz lustig :D) Dazu gab‘s Equoin. Das ist ein Topf bestehend aus Macabobrei (eingewickelt in Follonblätter), Fisch und Tomatensoße. Hatte da ja anfangs so meine Zweifel, aber es schmeckt richtig lecker! :) Natürlich wurde abends auch wieder bisschen getanzt (die Lieder kann selbst ich inzwischen alle mitsingen :D)

Samstags ging es dann ans Eingemachte. Um 8 Uhr war die Singen angesagt, danach wurde schnell der Hausputz erledigt. Nachmittags hat mir Mirabelle dann tresses für die Feier gemacht. Diesmal im großen Zickzackmuster und wieder total schön...und aufwendig (fast 4 Stunden hat sie gebraucht!) Und ob man‘s glaubt oder nicht, den ganzen Nachmittag nur stillzusitzen, ist ganz schön anstrengend! Ich war abends echt fix und fertig! Und das kam nicht davon, dass wir nach dem Abendessen noch die Einkäufe fürs Fest angefangen haben vorzubereiten…

Am nächsten Morgen standen dann alle schon früh morgens in der Küche. Es wurden aber zuerst mal nur die einzelnen Zutaten vorbereitet. Also kamen wieder meine Ingwer- & Knoblauch-Schäl-Künste zum Einsatz :D Mittags war dann eine Messe, in der 4 der Schwestern ihr Gelübde erneuert haben. Danach wurden dann mal paar Fotos mit allen gemacht :) Nach dem Essen ging‘s dann wieder in die Küche. Da der Strom endlich zurück war, konnte die Kommission Kuchen mal ihren Job machen. Abgesehen von der Generalprobe hab ich dann bis 21 Uhr den Koch- bzw. Backlöffel geschwungen. Meine Hand hat es mir auch direkt mal mit ner Blase gedankt…wie unnötig!

Gruppenfoto mit allen Schwestern und Novizinnen aus Kamerun, sowie Soeur Marie France aus Frankreich
 

Am nächsten Morgen, dem großen Tag, der Premiere Profession von zwei Novizinnen, sollte es weiter gehen, aber der Stromausfall hat uns mal wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht! Ausgerechnet an diesen Tagen, wo wir mal besonders darauf angewiesen waren, lässt er uns die halbe Zeit im Stich… mein Outfit hatte ich in einem kurzen Moment der (wortwörtlichen) Erleuchtung noch schnell bügeln können :D

Stattdessen hab ich also dann Stühle geschleppt, den Saal dekoriert und wieder fleißig Plantaines genascht :D Obwohl wir ja nur noch wenig Zeit hatten, ist hier alles mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit abgelaufen. Echt bemerkenswert! Und der Chor wurde sogar noch ziemlich spontan verdoppelt :D Die Claretians (ein Bruderorden) haben uns sogar mit Keyboard und E-Gitarre unterstützt…das hat sich echt verdammt cool angehört! :) Nur hat Frère Joseph spontan während der Messe die Einsätze und Abläufe geändert, sodass ich das Sanctus doch nicht anstimmen durfte…schade :( Dafür hab ich dann bei den anderen Liedern doppelt so laut mitgegröhlt :D Vor allem die Lieder auf Ewondo zwingen einen quasi dazu, mitzusingen…auch wenn ich keine Ahnung habe, was ich da eigentlich gesungen habe :D

Die Messe an sich war echt total schön (sogar bilingual, weil beide Novizinnen ja aus dem anglophonen Kamerun kommen). Nach dem Gottesdienst haben wir mit unserem Chor dann wieder um den Altar getanzt, während alle anderen schon Richtung Saal aufgebrochen sind. Es hat wieder total viel Spaß gemacht! :) Ja und dann ging‘s zum Essen. Obwohl ich nicht dafür eingeteilt war, hab ich dann auch beim Servieren geholfen. Aber da war ich dann voll in meinem Element! Auf Festen helfen tue ich ja sowieso gerne und diesmal war es mal so, dass ich alles verstanden habe und den Übersetzer spielen musste :D Was vor allem Soeur Relindis kleine Nichte total toll fand :D Irgendwie immer noch seltsam, dass ich die beiden Mädels jetzt offiziell mit Soeur ansprechen muss…vor paar Minuten waren sie doch noch ganz normale Novizinnen gewesen und jetzt ziehen sie hier sogar aus…aber nur 100 m weiter in die Communité :D



Das Endergebnis unserer ganzen Arbeit
Nachdem dann alle gegessen hatten, haben wir dann draußen nochmal bisschen getanzt, aber hier löst sich die Feier nach dem Essen ziemlich direkt auf, sodass gegen 19 Uhr nur noch die Schwestern und Novizinnen übrig waren. Ohne Strom… aber das hat uns nicht gestört, wir haben im Flur einfach weiter gesungen und getanzt :D Einfach unglaublich, wie laut hier alle mitsingen und alle Texte können! Das ist echt verdammt cool :) Die Schwestern haben in der Zeit die Essensreste zusammengekratzt und dann haben wir alle zusammen im Schein von Petroleumlampen gemütlich im Salle de télé gegessen. Die erste richtige Mahlzeit für heute! Frühstück und Mittagessen wurden ja nur so zwischengeschoben…und trotzdem hatte ich gar keinen richtigen Hunger…zu groß war noch der Rausch der Fete :D


Ja, und wo ein Fest war, da bleibt auch ganz schön viel Arbeit zurück…also haben wir dann am Montag, nach einem langen und späten Frühstück, erstmal alles aufgeräumt. Gekocht war ja schon :D Aber viele Hände, schnelles Ende. Ging ganz schön fix und alles war wieder plitzeplank :D

Die neue Novizin Lisa


Jetzt ist aber alles schon wieder rum…leider! Es war verdammt schön und ich hab natürlich ca. 300 Fotos gemacht :D Aber Fotos und Videos können es einfach nicht so wiedergeben, wie es in der Realität war…ich kann es auch alles gar nicht richtig beschreiben! Man muss es einfach einmal selbst erlebt haben! Wirklich fantastisch und total schön :) Hab Mirabelle ja schon gesagt, dass ich versuche, zu ihrer Feier nächstes Jahr wiederzukommen…und ich würde alles dafür tun! Zu schön :)









Soeur Marceline und Soeur Relindis
 

Kamerun oder doch Deutschland ? :D


Also zwischendurch hab ich dauernd das Gefühl, dass ich gar nicht in Afrika, sondern zuhause bin! Dann ist alles so normal…

…Freitagsabends gibt’s Spaghetti

…mindestens einmal die Woche darf ich Kuchen backen für die verschiedensten Leute

…hinterm Haus hab ich den Fußballplatz, wo ich ständig zugucken kann (also wie gesagt kein absoluter Fußballentzug)

…immer mal wieder hör ich ne Blaskapelle beim Üben

…ab sofort wird jeden Tag ein bisschen „Emilie“ geübt…ich rekrutiere also fleißig neue LosSpaghettos-Mitglieder ;)

…und ich kann in regelmäßigen Abständen deutsch sprechen (Thierry sei Dank :D)

 

Aber die Vorurteile gegenüber uns Deutschen haben es auch in sich. Angeblich trinkt man in Deutschland immer schon ein Bier zum Frühstück und wir trinken nur aus den Maß-Krügen. Natürlich viel zu viel… das hab ich dann aber direkt mal alles richtig gestellt :D Wir sind es ja schließlich nicht, die 0,6 l Bierflaschen als normal ansehen :D

Und ich wurde hier doch tatsächlich knallhart von nem Jungen gefragt, ob ich Chinesin sei…ich wusste gar nicht, dass ich so einen asiatischen Touch habe...aber was soll‘s. Bin ja auch schon des Öfteren als Spanierin und Italienerin durchgegangen. Also warum nicht auch als Chinesin :D

Sonst gibt’s hier im Moment eigentlich nix neues. Die Mädchen, die hier im Internat wohnen werden, kamen sich jetzt nach und nach anmelden und dann geht’s ab nächster Woche –wie in Deutschland am 7.9. – los… hoffentlich kann ich mir mal den Deutsch-Unterricht hier angucken! Das interessiert mich nämlich ehrlich, wie man als nicht-Deutscher deutsch lernt :D

Ach ja, und die Regenzeit ist hier jetzt langsam angekommen. Es ist aber nicht so, dass es den ganzen Tag am Regnen ist. Im Gegenteil. Es regnet (meist) nur einmal kurz…dafür aber umso heftiger! Echt krass, dagegen sind unsere „Regenschauer“ echt lachhaft :D Das sind richtige Wassermassen, die da vom Himmel kommen. Meistens regnet es abends oder nachts...echt ätzend, weil ich dann nie schlafen kann…viel zu laut! Aber da ich eh inzwischen nen Schlafüberschuss habe, ist das auch nicht allzu schlimm :D Muss ja in der Übung bleiben im Die-Nacht-Durchmachen ;D

Heute Nachmittag werden wir dann wieder ein bisschen was singen. Wir lernen die Lieder für die „première profession“  von zwei Novizinnen in zwei Wochen. Englische Lieder…da versteh ich also sogar, was ich singe :D Macht auf jeden Fall total Spaß und ich bin mal gespannt, wie die „fête“ dann wird :)


Singstunde
 
Mirabelle und ich beim "Emilie" vorspielen :D
Und es wird langsam voll hier im Haus! Am Dienstag sind zwei neue Mädchen aus dem Kongo angekommen. Sie kamen zwar erst nach 23 Uhr an, aber das hat der „Willkommensfeier“ keinen Abbruch getan…hat mich ein wenig an meine Ankunft erinnert. Nur diesmal war ich nicht die Neue! :D Es wurde gesungen, Mirabelle und ich haben unsere Fortschritte beim Flöten und Harmonika spielen zum Besten gegeben und es gab einen kleinen Mitternachtssnack. Ich frag mich ja noch, ob die Krabbenchips immer so gemacht werden oder ob das hier nur ne Art Fertiggericht ist :D Im Geschmack macht’s auf jeden Fall keinen Unterschied…

Am nächsten Tag wurde dann in einem Gottesdienst mit allen Schwestern und einigen Gästen das Centre de Santé eingeweiht. Danach wurde dann noch zusammen mit allen gegessen. Und einen Vorteil hatte es, dass die Messe mal wieder was später losging! Dadurch hab ich nämlich mal Maria getroffen. Sie kommt aus Kanada, lebt aber jetzt seit fast 2 Jahren hier in Akono. Sie ist als U.S. Peace Corps im Einsatz. Ich bin ja schon ein paar Mal bei ihr an der Wohnung gewesen, aber sie war immer unterwegs…naja, per Zufall klappt halt doch so manches einfach besser :D Und es war mal schön, sich mit jemandem zu unterhalten, der auch nur auf Zeit hier ist und quasi aus einer anderen Welt kommt…ich denke mal ich werde mich noch ein paar Mal mit ihr treffen :)

Abends kam dann noch Melissa. Sie wohnt auch bei uns im Haus, war aber jetzt längere Zeit – mindestens 8 Wochen – nicht da. Ich hab sie jedenfalls vorher noch nicht kennengelernt :D

  
 
 
der ganz normale Transport...
 
 


Ja, und jetzt sind die Ferien also rum…auch den Kindern in Deutschland viel Erfolg im neuen Schuljahr...und lernt fleißig :P

Ich werde also ab sofort mit im Internat helfen, mal sehen, was mich so erwartet. Am Sonntag haben wir nur die Mädchen empfangen und quasi eingeschrieben. Aber für mich sind es ja noch gut 8 Wochen. Da werden wir noch viel schaffen :D Echt unglaublich, dass ich jetzt schon die Hälfte meiner Zeit hier rum hab! Kommt mir echt so vor, als sei ich letzte Woche erst angekommen :D

Mittwoch, 2. September 2015

Gibts hier nur Raupen zu essen?

Ja das Essen hier in Kamerun ist auch ein ganz eigenes Thema. Sehr abwechslungsreich und lecker! Ich hab mich schon richtig darin verliebt *-*






Aber fangen wir einfach mal beim Frühstück an: man merkt direkt, dass ich in einem frankophonen Gebiet lebe, denn das Frühstück fällt, ähnlich wie in Frankreich, sehr karg aus. Es gibt Baguette mit Butter und Schokocreme (und ab sofort auch Nutella & Spekulatiuscreme :D) Dazu rührt man sich selbst die Milch an. Das ist neu für mich…schmeckt aber genauso gut wie normale Milch ;)










Mittags wird dann gekocht. Zuerst gibt es aber manchmal noch einen Salat mit Möhren, Mais oder Avocado.  Dann kommt der Hauptgang auf den Tisch. Oftgibt es Hühnchen, die man auf dem Markt (noch lebend) aussucht und die dann frisch geschlachtet werden, oder Fisch. Dazu Bohnen, oder so ein spinatartiges, aber sehr bitteres Gemüse(Ndolé oder feuilles de Folon) und  Kochbananen (Plantaines). Ja, Bananen als Mittagessen. Die zählen nämlich hier zum Gemüse und nicht zum Obst und sind super lecker :) Aber es gibt auch Spinat, Auberginen oder – schmeckt mir besonders gut – Kürbisblätter.Generell wird hier von den meisten Pflanzen fast alles verwendet. Nicht wie bei uns...grade mal die„Kürbisfrucht“ geholt und alles andere weggeschmissen.
Als Nachtisch gibt es dann meistens Ananas :) Erfrischung pur und so unglaublich lecker!

Der Mais-Topf
Aber ich kann mich hier auch gut durch die regionale Küche durchprobieren! So hatten wir zum Beispiel letzte Woche einen Mais-?-Topf. Für mich hatten sie extra Kartoffeln gemacht. Eigentlich überflüssig…ich will doch die traditionelle Küche probieren! Aber für die Gäste wird hier fast alles gegeben. Unglaublich, diese Gastfreundlichkeit! Die sind auch alle total überrascht, dass ich alles Mal probiere. Sind die wohl von den Europäern nicht so gewohnt :D Sie sagen schon dauernd: „Lisa, tu es uneAfricaine“ Hab den Mais-Topf danach dann auch probiert und es war lecker :) und ganz passend heute gabs den dann wieder und ich weiss jetzt, dass es Kürbisblätter mit Mais sind! Das ganze heisst Sanga ;) Couscous gab es auch schon. Das hat aber mit dem nordafrikanischen Couscous gar nichts zu tun. Hier sind es deftige Knödel aus Maismehl. Hab mich da zuerst mal gewundert. Aber auch das ist was Neues für mich und ganz lecker. Trotzdem bleiben die Plantaines mein absoluter Favorit!!! Einfach so unglaublich lecker!!!






Am Freitag (inzwischen schon was laenger her :D) wurde meine Ich-probiere-alles-Einstellung aber ganz schön auf die Probe gestellt! Zum einen gab es Bâtons du Manioc, so leicht säuerliche, gummiartige Teigstreifen mit Bananenblättern umwickelt. Aber was danach kam, war bisher das krasseste!! RAUPEN. Die hatte ich mit Soeur Mary morgens gekauft und sie hatte mir erklärt, dass die fürs Abendessen zubereitet werden. Naja, ich wollte ja alles probieren. Also Augen zu und durch, war die Devise. Und ob ihrs glaubt oder nicht, die Dinger schmecken gar nicht mal so übel! Inzwischen esse ich die sogar richtig gerne! Das ist ähnlich wie mit Schnecken…es hört sich eklig an, schmeckt aber, richtig gewürzt, echt ok :D
Brochettes kann ich jetzt auch abhaken. Das sind Rindfleisch-Spieße vom Holzgrill. Einfach wie zuhause :)


Couscous

Plantaines...verdammt lecker!!!

Beignets


Insgesamt wird hier viel Maniok oder auch Yams gegessen. Das sind beides Wurzelknollen, die zwar recht trocken sind, aber dann mit passender Soße wirklich gut. Und Yams schmeckt und sieht aus wie Kartoffeln (find ich). Aber die gibt’s auch. Süß- & Salzkartoffeln :)

Echt lustig ist auch, dass die Mädels mich immer bei allem fragen, ob ich das kenne und ob wir das in Deutschland auch haben. Mais zum Beispiel…ehm, ja. Selbst wir haben Mais :D Total süß :)

Abends gibt es dann die Reste vom Mittag und vielleicht noch z.B.  Reis dazu. Oder aber Crêpes oder Omelette mit herzhaften Füllungen wie Tomate, Schinken oder Crevettes (Garnelen). Eine nationale Spezialität hier sind die Beignets. Das sind kleine Teigkrapfen, die in Öl ausgebacken wurden. Erinnert mich an irgendwas…aber ich kam noch nicht dahinter an was :D Und auch das Bananenbrot oder Kuchen (wie man‘s nimmt) ist verdammt lecker :)


Gombos
Was hier zu so gut wie jeder Mahlzeit gereicht wird, ist eine scharfe Soße (das ist das einzige, an das ich mich bisher noch nicht ran getraut hab :D) Denn die Soße aus Gombos (so ne Art Peperoni) hab ich probiert und die war seltsamerweise gar nicht scharf :D








Ich kann also alle beruhigen, die meinten, dass ich mir vorher ein Fettpolster anlegen soll… Ich kriege hier definitiv genug zu essen. Ich werde eher gemästet als dass ich verhungere :D Dafür wird hier schon gesorgt. Unter zwei Portionen pro Mahlzeit lässt mich hier keiner weg ;)



Was das Trinken hier betrifft, sieht es so aus, dass ich hauptsächlich Wasser trinke. Anfangs dachte ich ja, dass die Novizinnen mittags schon schön Wein trinken, aber so wie die den verschlungen haben, konnte das einfach nicht sein :D und es hat sich rausgestellt, dass sie das Wasser einfach nur in Weinflaschen füllen um es zu kühlen :D
 Morgens gibt‘s wie gesagt selbstgemachte Milch, Kakao oder Kaffee (obwohl hier Kaffee angebaut wird, trinken die meisten so löslichen Kaffee).  Manchmal gibt es auch einen Tee, der aus Zitronengras hergestellt wird. Citronnelle heißt der. Auch den werde ich bei der nächsten Gelegenheit mal probieren!
Oder aber als Frühstück ein Mais-Zucker-Gemisch (verdammt süß, aber gut), dass sich aber nur die Reichen leisten können, wie mir Emil erklärt hat.

Bier ist hier auch sehr beliebt. Es gibt unzählige Sorten. Ganz vorne stehen hier unter anderem Amstel, Heineken und Guinness…Ich hätte wohl doch ein Fässchen Bitburger mitholen sollen :D Aber deutsches Bier ist auch vertreten: habe beim Kaufen Becks entdeckt :D und Isenberger. Noch nie in Deutschland gesehen :DIch habe bisher nur das 5%ige Harp probiert – schmeckt mir so jetzt ganz gut. Den Jungs aus Frankreich hat es nicht so gut geschmeckt…wahrscheinlich zu stark für sie :Dund total süß ist das rote (!) Beaufort Tango. Aber echt lecker!


Ach ich könnte hier jeden Tag was Neues zum Essen sagen, aber ich denke mal das wichtigste ist gesagt ;) Ich hoffe, dass ich mich weiterhin noch quer durch die kamerunische Küche probieren kann (Schlange will ich unbedingt noch probieren!)  Und die Rezepte muss ich mir auch noch irgendwie heimlich erschnorren und dann gibt’s nen kamerunischen Abend in Monreal ;)




Raupen am Spiess... fuer den kleinen Hunger unterwegs :D

Mittwoch, 26. August 2015

Wo lebe ich eigentlich?

Heute hab ich mir gedacht, dass ich euch mal ein bisschen erzähle, wo und wie ich so lebe. Also ich wohne ja wie gesagt bei den Sœurs de la Croix. Genauer gesagt, im Haus der Novizinnen zusammen mit (momentan) 7 Novizinnen, Sœur Mary und ab und zu Soeur Nadine. Aber sie arbeitet im Krankenhaus in Yaoundé und ist deshalb meist nur am Wochenende hier.

Ich habe hier mein Zimmer mit eigenem Bad, in dem ich mich auch noch recht viel aufhalte. (Wie gesagt…die Siesta :D) Das Zimmer ist echt schön! Ich hab ein Bett (mit Moskitonetz), Schreibtisch, Schrank, ein Regal und eine Kommode. Also was will man mehr? ;)




Das Haus ist recht groß…gut es leben ja auch immer um die 10 Menschen hier :D Wir haben auch eine Kapelle im Haus, wo sich die Novizinnen morgens, mittags und abends immer zum Gebet treffen. Manchmal geh ich da auch mit, aber nur in die Messen, bei den Gebeten wäre ich mit meinem Latein…ähm Französisch am Ende ;)

Im oberen Stock sind neben der Kapelle noch die Zimmer von allen, eine Bibliothek mit PC und ein großer Balkon…direkt neben meinem Zimmer :)
Unten sind dann Küche, Esszimmer, Magasin (also Speisekammer), Waschraum, der Salle de télé, Bügelzimmer und ans Haus anschließend ein kleiner Konferenzraum und 2 Gästezimmer.


Unser Haus


Das Haus liegt ja innerhalb einer kleinen Anlage. Da gibt es dann noch das Haus, in dem die anderen Schwestern leben, das Haus vom Foyer Internat Ste. Odile (da haben die Kinder auch geschlafen, als sie hier waren), einen Saal, mehrere Häuser mit Gästezimmern (hier sind ständig irgendwelche Priester oder so) und rundherum einen gaaaanz großen Garten :) mit Hühner-&Ziegenstall, einem Pavillon und ganz vielen verschiedenen Obstbäumen…ein Traum!! 







Nebenan ist wie gesagt der riesige Komplex des Collège Stoll (mit 3 Fußballplätzen, Basket-, Volley- und Handballfeld), eine Krankenstation (die wird aber zurzeit umgebaut), das Altenheim „Maison Sara“ und bis zur Kirche ist es auch nicht weit. Und dann ist man auch direkt auf dem Markt. Keine 5 Minuten Fußweg :)

Und von meinem Zimmer hab ich den perfekten Blick auf einen der Fußballplätze :) Hab hier also nicht ganz Fußballentzug ;)




Ach ja, und da der Monat ja auch schon wieder vorbei ist…HAPPY BIRTHDAY an alle :D Vor allem Nicci, Krissi, Max, Tatjana, Heike, Anja und Maria!

Freitag, 21. August 2015

Von einer kamerunischen Hochzeit, Sammeltaxis und so weiter


Salut Leute,

wie geht’s euch in Deutschland oder wo auch immer noch so? Noch kann ich euch ja nicht die Nase damit lang machen, dass ich super Wetter habe :D

Mir geht es auf jeden Fall blendend. Ich bin inzwischen so richtig hier angekommen und nach wie vor begeistert ;) Meine Schonzeit als Gast ist jetzt auch vorbei und ich helfe im Haushalt mit. Bald werde ich auch mehrmals die Woche mit ins Maison Sara gehen. Dort leben ältere Menschen, die nicht mehr alleine zurechtkommen. Das wird auch neu für mich! Also bin ich mal gespannt…

Vorletztes Wochenende war ich zusammen mit Soeur Mary, Soeur Henriette und Soeur Kathrin auf der Hochzeit von Soeur Kathrins jüngerem Bruder…ganz schön aufregend. Eine kamerunische Hochzeit… und es war echt total schön! :) teilweise ganz anders als in Deutschland und dann wieder sehr ähnlich…Einzug auf den bekannten Hochzeitswalzer (daaaaa dadadaa, daaaa dadadaa), zuerst der Bräutigam mit seinen Eltern, dann die Braut mit ihren Eltern und ganz viele süße Kinder :) aber insgesamt war der Gottesdienst so fröhlich und ausgelassen. Ein Chor hat sein Bestes gegeben und plötzlich hat das Brautpaar mit ein paar Frauen mitten in der Basilika getanzt :D Fand ich einfach klasse! Und die Frauen haben dauernd so Jubelschreie (oder besser gesagt Jauchzer) losgelassen…total lustig, wenn man das nicht kennt :D

Da sieht man auch das Muster, das alle getragen haben ;)


Was ich aber eine besonders schöne Tradition finde, ist, dass die meisten Gäste der Hochzeitsgesellschaft Kleidung mit dem gleichen Muster getragen haben. Das soll die Einheit der beiden Familien symbolisieren. Echt eine schöne Sache. So sticht auch keiner besonders heraus und stielt der Braut die Show ;D Trotzdem hatte dann niemand das gleiche an…es gab so viele verschiedene Variationen bei den Kleidern und Hemden.



Nach dem Gottesdienst gab es dann das Abendessen in einem nahegelegenen Hotel. Es gab ein Buffet – wie immer mit gaanz vielen kamerunischen Spezialitäten. Sehr lecker! :) danach haben wir uns aber recht schnell verabschiedet, weil wir ja noch zurück nach Akono mussten…

…Ja und das war dann auch so eine Sache. Wir waren nämlich an diesem Tag nicht mit dem Auto unterwegs :D Von Akono nach Yaoundé, quer durch Yaoundé und wieder zurück nach Akono...alles mit sogenannten Sammeltaxis. Echt ein Erlebnis für sich :D Hier ist das total normal, dass man sich zusammen mit 3 wildfremden Menschen auf die Rückbank eines Autos quetscht… teilweise wirklich sehr eng, also nix für Leute mit Platzangst oder Berührungsängsten ;) Unsere Höchstzahl lag bei 9 Leuten (gut da waren dann 2 Babys mit an Bord :D) aber 8 Leute gingen schon…4 hinter und auch 4 vorne (ich frag mich, wie man als Fahrer so noch richtig das Auto bedienen kann :D eine große Kunst).

Letzte Woche habe ich dann auch mal das Krankenhaus von Akono gesehen. Keine Panik! Mir geht es gut!!! ;) Wir haben nur Charlene Makassa besucht. Sie klagt schon seit letzter Woche über Bauchschmerzen. Jetzt die Diagnose: Typhus… ojee… aber ich bin ja geimpft :D

Für mich war es aber dennoch heftig. Wenn man so europäischen „Luxus“ in Krankenhäusern gewöhnt ist, ist das hier echt ein Schock! Das Krankenhaus ist noch recht neu und trotzdem sehr einfach. In den Zimmern stehen einfach nur zwei Betten (so ne Art Feldbetten, also nix wirklich bequemes) und das war’s… Einer von uns bringt morgens, mittags und abends auch immer Essen hin, weil die Patienten dort nichts vom Krankenhaus bekommen. Und es ist immer jemand bei Makassa (auch nachts). Einerseits ist sie dann nicht allein und zum anderen denk ich mal auch wegen der Sicherheit.

Und ich durfte beim Kochen helfen. Fand ich extrem spannend, mal zu sehen, wie Couscous und so zubereitet werden. Damit ich das alles auch zuhause mal nachkochen kann :D



Ja und am Samstag war dann Maria Himmelfahrt. Bei uns kriegt dieser Tag ja nicht sonderlich viel Beachtung, aber hier ist das eine Art kirchlicher Nationalfeiertag ;) Maria ist nämlich die Schutzpatronin von Kamerun.

Also gings für uns erst mal in die Kirche (dazu aber mehr in einem anderen Bericht ;)) Nach der Kirche haben wir dann mal wieder Raupen gekauft – und diesmal wirklich dicke – und danngab’s ein richtiges Festmahl. Hatte was von Ostern. Erst in die Kirche und dann gemeinsam essen und zusammensitzen. Jedenfalls gab es Fleisch (zur Abwechslung sogar Schwein statt Huhn), Gemüse, Bâtons de Manioc, Kartoffeln, Patates (Süßkartoffeln) und Salat. Und anschließend dann Kuchen und Schokoosterhasen! :D Wie gesagt, wie Ostern;) War aber wirklich schön und so Feiertage sind scheinbar einfach wie bei uns. Eigentlich schade, dass ich nicht Weihnachten mal in Kamerun erlebe…ach, ich bleib dafür einfach noch den Monat hier :D

Unser Abendessen :D

Sonst ist es hier aber im Moment eher ruhig ;) Schon krass, dass ich einfach schon mehr als 5 Wochen hier bin :0 Die Zeit geht echt wie im Flug vorbei…

Freitag, 7. August 2015

Meine Tage mit der Caritas


Da ich in der Zeit, in der ich ein paar Tage kein Internet hatte, total viel erlebt hab, schieb ich mal den nächsten Bericht direkt hinterher :D

Wir waren ja wie gesagt in Kribi am Meer! Total geil dort!! Wir hatten eine Anlage mit Zimmern und so für uns allein. Sogar mit eigenem Strand J Wir sind dann auch direkt mal ins Meer gesprungen. Obwohl es am regnen war :D Man hat schon gemerkt, dass das für die Kleinen etwas Besonderes und Ungewohntes war. Die haben sich( teilweise zu fünft) richtig an einem festgeklammert, wenn mal ne Welle kam. Aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht und die Kinder konnten sich mal so richtig austoben :D

Naja, eigentlich auch wir Betreuer :D Wir waren nämlich nach immer noch alleine im Wasser und hatten auch einen Riesenspaß :D Richtig schön.. Abends wurde dann wieder bisschen zusammen gesungen und erzählt (was bei mir immer besser klappt!).





So schön eng im Bus :D
Als das Wetter dann so richtig gut wurde, mussten wir leider unsere Sachen packen. Für die Kids gings zurück nach Akono. Wir aber sollten noch einen Zwischenstopp in Lolodorf machen. Emils Heimatstadt. Mitten im Regenwald… Doch zuerst mussten wir ja mal dahin kommen. Also wieder umsteigen in einen 19-Sitzer. Diesmal war es verdammt eng, weil wir ja noch unser Gepäck dabei hatten. Nach ca. 7 Stunden Fahrt kamen wir abends endlich bei Emils Familie an. Die haben uns auch schon sehnsüchtig erwartet :D Und was die ein Festmahl für uns aufgetischt hatten… unglaublich! Alles was das (kamerunische) Herz begehrt: Batôns de Manioc, Fisch (morgens frisch gefangen), Couscous...einfach alles J Super lecker und so unendlich lieb! Frisch gestärkt haben wir dann noch ein bisschen gesungen, getanzt und Karten gespielt. Ich hätte wohl doch meine Flöte mitholen sollen :D So hatten wir nur Gitarre und Saxophon… Dort haben wir dann auch geschlafen. Auch so eine Sache… wer lässt mal gerade 18 mehr oder weniger fremde Leute bei sich übernachten? So unglaublich nett!!

Am nächsten Morgen hat Emil uns dann Lolodorf gezeigt. Mit samt seinem Geburtshaus und der alten deutschen Brücke. Lolodorf wurde nämlich, wie viele Orte in Kamerun, von Deutschen gegründet. Und das hat man teilweise auch noch an den Häusern und so gesehen.




Von dort gings dann weiter nach Edea. Dort haben wir den Präsidenten der Caritas Kamerun getroffen. Doch bevor wir überhaupt losfahren konnten, hatten wir unser erstes Zusammentreffen mit der kamerunischen Polizei. Die schienen uns nicht für ganz unschuldig zu halten und so durften wir alle mit Sack und Pack aussteigen und unsere kompletten Sachen auspacken. Der eine Polizist war dabei äußerst streng, sein Kollege (bei dem ich zum Glück war) hat das alles sehr viel einfacher gemacht… und das sollte auch nicht die letzte Kontrolle für heute sein. Insgesamt 3  Mal wurden wir an dem Tag kontrolliert. Irgendwann lagen die Nerven blank! So haben wir quasi den ganzen Tag (9 h) im Bus verbracht und waren erst abends gegen 10 in Akono. Ich wäre am liebsten einfach nur in mein Bett gefallen… aber die Kinder haben schon gewartet und uns ganz stolz zum gedeckten Tisch gebracht :D Danach war ich aber echt kaputt…

Viel Schlaf gab’s allerdings nicht!  Um 7 Uhr (!!!) war Abfahrt nach Yaoundé, wo wir viel vorhatten. Zuerst ein Markt mit typisch afrikanischen Souvenirsachen. Total schöne Sachen gabs da. Da muss ich unbedingt noch einmal hin!! Von dort sind wir weiter zum Museum of Art, was gleichzeitig auch die Geschichte Kameruns thematisiert. Ganz interessant und zum Glück mit vielen Bildern und englischen Erklärungen :D

Nachmittags haben wir dann ein vielleicht zukünftiges Projekt der Caritas im Elsass besucht. Ein Paar, das Straßenkinder bei sich aufnimmt. Eigentlich eine verdammt gute Sache, aber die Umstände, wie die Kinder da leben, sind auch nicht so kindgerecht. Das war schon sehr hart mit anzusehen!

Ja und dann war er da. Der letzte Abend mit den Franzosen.. leider. Aber den Abend haben wir nochmal richtig schön genossen. Es gab ein kleines Fest, die Kinder haben Tänze und Lieder vorgetragen und ich war plötzlich die 3. Frau vom Ortschef :D Ja, ihr habt richtig gelesen :P Ich hatte selbst keine Ahnung von irgendwas… irgendwann hab ich erfahren, dass ein Sketch einstudiert wurde. Und da ich ein traditionelles Kleid von Mirabelle anhatte, sollte ich jetzt mitmachen…ohne vorher mal irgendwas zu wissen. Aber egal! Hab ich also mitgemacht. Und es war extrem lustig :D Ich hatte richtig Spaß dabei!! :D  Im Anschluss gab’s dann mal die Rehe, die ich mit Soeur Mary gekauft hatte. Ein richtiges Festmahl hier ;) Und für mich so normal :)  Leider ging aber auch der Abend vorbei …





…und am nächsten Tag hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Zuerst von den Franzosen und tags drauf dann auch von den Kindern. Ich könnte heulen! Es war so eine verdammt schöne Zeit und jetzt bleib ich ganz allein zurück :0 naja...so ganz allein bin ich ja nicht:D  aber es ist schon sehr ruhig jetzt… Schon komisch...ich bin noch keine 3 Wochen da und musste mich schon von so vielen tollen Menschen verabschieden. Das komischste war, als ich mit zum Flughafen bin…eigentlich dachte ich, da komm ich erst im November wieder hin :D

Merci beaucoup pour ces journées inimaginables! C’était très super ! :) J’espère qu’on se revoit un jour !  

Achja, und ich hab jetzt zum ersten Mal Braids :) Mal sehen wie lange sie halten…

Mittwoch, 5. August 2015

Die erste Woche


Hallo ihr Lieben, jetzt bin ich schon eine ganze Woche hier. Unglaublich wie die Zeit vergeht… man merkt es gar nicht. In den ersten Tagen hab ich hier alles so richtig kennen und lieben gelernt. Ich kann gar nicht oft genug sagen wie super lieb hier alle sind!

Die Tour mit der Caritas-Gruppe aus dem Elsass führte uns nach Ebogo. Das ist ein kleines Dorf am Ufer des Nyong-Flusses. Mit Hilfe eines von der EU geförderten STEP-Programms wurden dort ein kleines Restaurant und fünf total schöne Holzbungalows errichtet. Und das direkt am Nyong. Von dort sind wir dann immer zu zweit + Kapitän in kleinen Booten, den sogenannten Pirogen, zu unserer Tour mitten im Regenwald gestartet. Total aufregend und toll. In dem Fluss gibt es sogar Alligatoren, hat uns unser Bootsmann erklärt...aber nur kleine...wie beruhigend :D Wir haben dann einen kurzen Stopp eingelegt, um uns den größten Baum der Region anzusehen. Der Kossipo hat einen Durchmesser von 12 m, ist über 80 m hoch und soll 300 Jahre sein. Das nenn ich wirklich mal einen Baum :D Zurück in Ebogo haben wir uns dann in dem Restaurant gestärkt mit Fleisch, Fisch, Pommes und Plantaines J Zum Verdauen gab es einen frischen Palmwein. Ich war da anfangs ja wirklich skeptisch, aber es hat mich einfach zu sehr gereizt mal zu probieren! Und was soll ich sagen: der war besser als so manch ein Likör bei uns! Vielleicht sollte ich mal nach der Herstellung fragen :D


 

Auf dem Rückweg nach Akono haben wir in Mbalmayo  einen kurzen Stopp zum Kaufen eingelegt. Ganz schön eigenartig die Art des Kassierens dort. Zuerst hat man eine Rechnung geschrieben bekommen, dann bei an der Kasse bezahlt und eine dritte Person hat nochmal alles kontrolliert. Interessant :D

Hab mich dann mal ein bisschen mit kamerunischen Keksen eingedeckt. Von Soeur Mary hab ich auch noch ein paar bekommen. Da kann ich mich dann mal in der nächsten Zeit durchprobieren.

Der Tag war insgesamt sehr abenteuerlich (unser Fahrer Joseph, der super deutsch spricht, hat uns in einem 19-Sitzer über eine teils steinige Piste gefahren :D) und sehr schön! Vielleicht komm ich ja nochmal in den Genuss des Regenwaldes. Ich hätte damit so absolut kein Problem :D

Am Sonntag hab ich dann meinen ersten Gottesdienst hier erlebt. Auch ein Erlebnis für sich! Total schön wie begeistert alle mitsingen und klatschen. Aber dazu werde ich ein anderes Mal noch mehr schreiben... dazu kann man nämlich wirklich einiges sagen! Jedenfalls mussten wir (die Franzosen und ich) am Ende noch zum Altar hoch und wurden kurz der Gemeinde vorgestellt.

Danach sind dann die Kinder gekommen, die in dem Heim gelebt haben, dass letztes Jahr leider geschlossen werden musste. Oh Mann sind die alle süß! *_*  Total goldig! Ich freu mich schon, wenn wir jetzt am Wochenende mit ihnen nach Kribi fahren.

Dienstag waren wir zuerst in einer Art Fischzucht und sind von dort dann weitergefahren nach Yaoundé. Dort waren wir im botanischen Garten. Echt schön dort! Mit den ganzen Palmen und so. Aber am besten waren natürlich die Tiere. Unglaublich, dass die hier alle heimisch sind. Bei uns ist es ja immer total exotisch, wenn man mal nen Affen oder Löwen sieht :D Hier ist das normal. Sehr interessant fand ich die Gaboon Viper, eine der giftigsten Schlangen der Welt. Ein Biss und du hast nicht mal mehr eine Minute zu leben... krass!! Aber noch krasser find ich die Tatsache, dass die Viper ihre Eier von einem Baum fallen lässt, weil die jungen Schlangen sofort schlüpfen und sonst ihre eigene Mutter beißen und damit töten würden!

Ein unheimlich schöner Tag mit den kleinen Kiddies. Die sind mir jetzt schon so richtig ans Herz gewachsen! 

Im Moment sitze ich in meinem Zimmer und genieße den Ausblick auf einen atemberaubenden Sonnenuntergang. In paar Minuten wird es einfach stockdunkel sein. Dabei ist gerade einmal 18:30 Uhr. Aber hier gibt es nun mal keine wirkliche Dämmerung.





Den heutigen Tag hab ich mit den Kindern verbracht.  Die sind wirklich alle so lieb und versuchen mir immer alles ganz genau zu erklären, wenn sie merken, dass ich etwas nicht verstehe. Total lieb J  Die Mädchen hatten einen Riesenspaß daran, mir meine Haare zu lauter kleinen Zöpfen zu flechten und die Jungs wollten alles Mögliche auf Deutsch wissen :D Ich mach hier aus der Region wohl doch noch eine deutschophone Region ;)

 Naja, jetzt geh ich erstmal essen und genieße dann doch mal die Ruhe, wenn die Kinder alle weg sind :D Macht’s gut, bis bald

 

 

P.S.: An dieser Stelle sind auch alle Geburtstagskinder vom Juli gegrüßt. Ganz besonders Pauli, Tim, JK und Tina… fühlt euch ganz dolle umarmt J